Mathematik unterrichten · Didaktik · Diagnose
Besser unterrichten – mit Aufgaben, die Denken sichtbar machen.
Eine Sammlung von Aufgaben, diagnostischen Fragen und didaktischen Reflexionen für alle, die Mathematik nicht nur erklären, sondern Verstehen sichtbar machen wollen.
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Aufgabensammlung
Variation-Theory-inspirierte Aufgabenfolgen mit Lösungswegen und didaktischem Kommentar.
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Diagnose-Fragen
Multiple-Choice-Fragen mit gezielten Distraktoren – jeder Fehler hat einen Grund.
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Didaktik-Blog
Kurze Reflexionen zu Forschung, Methodik und Praxis – aus dem Klassenzimmer für das Klassenzimmer.
Aus dem Blog
Alle BeiträgeVerstehen ist nicht Verstehen
Wenn ein Schüler eine Aufgabe richtig löst, hat er sie verstanden. Glauben wir. Richard Skemp hat 1976 in einem berühmten Aufsatz gezeigt: Es gibt zwei völlig verschiedene Formen zu 'verstehen' – und sie führen zu sehr unterschiedlichen Mathekompetenzen.
Mathematische Sprache ist nicht Alltagssprache
Mathematik benutzt Wörter aus der Alltagssprache: 'oder', 'mindestens', 'ähnlich', 'gleich'. Schüler hören das, was sie aus dem Alltag kennen – und verstehen damit oft das Gegenteil. Wer das übersieht, unterrichtet eine Sprache, die seine Klasse nicht spricht.
Abrufen statt Wieder-Anschauen
Schüler glauben, dass sie etwas gelernt haben, wenn sie es noch einmal lesen können, ohne stocken zu müssen. Die Lernpsychologie zeigt: Diese Form der Wiederholung ist eine der ineffektivsten überhaupt. Was wirkt: das Abrufen aus dem Gedächtnis, ohne hinzuschauen.
Aufgabensammlung
Alle AufgabenLogarithmen – die Umkehrung der Exponentialfunktion
Eine Aufgabenfolge, die den Logarithmus von Grund auf als *Umkehrung* der Exponentialfunktion einführt. Schüler erleben den Logarithmus nicht als 'neue Operation', sondern als Antwort auf die Frage 'mit welcher Hochzahl?'. Daraus ergeben sich die Logarithmusgesetze als Spiegelbilder der Potenzgesetze. Zentral: Wann man mit log10, ln oder log_q rechnet – und warum die Basis am Ende egal ist.
Exponentielles Wachstum und Zerfall – vom Faktor zur Funktion
Eine Aufgabenfolge, die exponentielle Modelle systematisch von der konkreten Vermehrungsfaktor-Rechnung zur Funktionsschreibweise f(t) = a · q^t führt. Schüler erleben, dass exponentielles Wachstum und Zerfall *dasselbe* sind – nur mit einem Faktor q > 1 bzw. q < 1. Der häufigste Lernverlust an dieser Stelle: prozentuale und multiplikative Sicht werden nicht verbunden.
Strahlensätze – zwei Figuren, eine Idee
Eine Aufgabenfolge, die die zwei Standardfiguren der Strahlensätze (V-Figur und X-Figur) parallel übt – und dabei beide gleichzeitig als Anwendungen *eines* Prinzips sichtbar macht: Wenn Parallelen zwei Strahlen schneiden, sind die Streckenverhältnisse identisch. Schüler lernen, Figuren *als Strahlensatz-Konfiguration zu erkennen* – das ist die eigentliche Hürde, nicht das Auflösen einer Verhältnisgleichung.
Diagnose-Fragen
Alle QuizzesBruchgleichungen – Definitionsbereich und Scheinlösungen
Vier Fragen zu den drei diagnostisch zentralen Themen bei Bruchgleichungen: Bestimmung des Definitionsbereichs, Multiplikation mit dem Hauptnenner, und das Erkennen von Scheinlösungen, die zwar die umgeformte Gleichung erfüllen, aber im Definitionsbereich der Originalgleichung nicht zulässig sind. Quiz ist besonders ergiebig in der Konsolidierungsphase – Schüler-Antworten zeigen, ob das Konzept 'Definitionsbereich als Schranke' wirklich verstanden wurde oder nur formal abgehandelt wird.
Exponentialfunktionen – typische Fehlvorstellungen
Vier Fragen zu den hartnäckigsten Fehlvorstellungen bei exponentiellen Modellen: 'Wachstumsrate gleich Wachstumsfaktor', 'lineares Aufaddieren bei mehrfachem Wachstum', Verwechslung exponentielles vs. lineares Wachstum, sowie das Missverständnis 'irgendwann ist alles weg' beim exponentiellen Zerfall. Diagnostisch besonders ergiebig nach der Erarbeitung – Verteilung der Antworten zeigt, ob die multiplikative Struktur internalisiert ist oder die additive Vorstellung weiter dominiert.
Statistik – Mittelwert, Median, Spannweite
Vier Fragen zu den Grundkennwerten der beschreibenden Statistik. Kernfehlvorstellungen: 'Mittelwert ist immer der beste Repräsentant', 'Median und Mittelwert sind dasselbe oder fast dasselbe', 'Spannweite und Standardabweichung messen dasselbe', 'Bei einer Verteilung mit Ausreißer ist der Mittelwert eine sinnvolle Beschreibung'. Diagnostisch besonders ergiebig vor der Erarbeitung der Standardabweichung – Schüler-Antworten zeigen, ob das Konzept der Streuung verstanden ist.